Hotels, die unsere inneren Sehnsüchte stillen (emotional hospitality)
Es gibt Räume / Gebäude, die betritt man und fühlt sich wohl. Die Seele des Hauses wird spürbar. Dieser erwünschte Funke der Sympathie springt nicht nur von Mensch zu Mensch über, sondern auch von unserem bewusst gestalteten Raum zum Menschen.
Architektur wird hier zum Emotionsträger, zum Vermittler von Stimmung, Sehnsüchten und Gefühlen. Zu viele Häuser werden ausschließlich funktionell geplant und die Gestaltung wird dann darüber gezogen wie Kleidung. Die Dekoration (Teil der atmosphärischen Gestaltung) ist in weiterer Folge meist (Rettungs-)Aufgabe einer beherzten Hausherrin, die korrigierend eingreift und so etwas wie Seele „kreiert“.
Hotel- und Gastronomieplanung muss jedoch primär das Kreieren einer Wohlfühlatmosphäre für den Gast sein und bedarf einer bewussten und ganzheitlichen Herangehensweise. Atmospherics ist der dazugehörige wissenschaftliche Ansatz, der sich mit der bewussten Erzeugung emotionaler Reaktionen durch Design primario auseinandersetzt. Design primario beschäftigt sich neben dem Sehen auch mit Hören, Riechen und Fühlen. Beispielsweise kann ein Laminatboden (sozusagen ein „Foto“ von Holz am Boden) nie die Illusion eines echten Holzbodens erzeugen – diesen hört, fühlt und riecht man.
Unbewusst vergleichen und messen wir unser Wohlbefinden an unseren eigenen qualitativen atmosphärischen Urerlebnissen. Unser Streben ist es, diesen ständig möglichst nah zu kommen.
Planung in diesem Kontext betrifft nicht nur sehen, sondern auch riechen, hören, fühlen und schmecken. Ein ganzheitliches, emotionales Gastronomiekonzept schließt somit das Service- und Speise-Angebot, die Gestaltung der Drucksorten und des Logos, die Kleidung der Mitarbeiter, das Casting des Personals – kurz: alle Gast-Gastronomie-Beziehungen – mit ein und müssen diese aufeinander abgestimmt werden.
Romantikhotel Gmachl, Elixhausen